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Zukunftsträchtige Fragestellungen:
> Hat die Finanzkrise Einfluss auf die Werbeartikelbranche?
> Was denken die Branchenkenner?
> Lohnt es sich weiterhin Werbeartikel einzusetzen?
> Worauf muss geachtet werden?
> Wie sollte der Einsatz von Werbeartikeln in Zukunft
aussehen?
> Welche Trends gibt es?
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Durch die Finanzkrise in den letzten Jahren ist die Stimmung
in der Wirtschaft so schlecht, wie lange nicht mehr. Einige
Unternehmen mussten schon aufgeben, andere stehen kurz vor
dem Aus oder müssen zumindest Personal abbauen. Sparen
ist angesagt. Fast alle Branchen sind davon betroffen. Zählt
dazu auch die Werbeartikelbranche?
Während bis in die 90er Jahre noch keine Studien zu der
Entwicklung in der Werbeartikelbranche durchgeführt wurden,
ist das Interesse in den letzten Jahren gestiegen. Deswegen
haben es sich mehrere Verbände zur Aufgabe gemacht repräsentative
Studien durchzuführen, die einen Einblick in die Entwicklung
der Branche geben. Dabei wurde unter anderem herausgefunden,
dass der Werbeartikelumsatz im Jahr 2009 um 7,5% zurückgegangen
ist! Da stellen sich doch die Fragen: Wie sieht die Zukunft
der Werbeartikel aus? Lohnt es sich weiterhin Werbeartikel
zu Werbezwecken einzusetzen?
Wie steht es um die Werbeartikelbranche?
Gesamtverband der Werbeartikel-Wirtschaft
Der Werbeartikel-Monitor, der vom Gesamtverband der Werbeartikel-Wirtschaft
e.V. (GWW, http://www.gww.de/)
herausgegeben wurde, beweist, dass man das Jahr 2009 durchaus
als Krisenjahr bezeichnen kann. Die Umsätze in der Werbeartikelbranche
sind von 3,21 Mrd. Euro in 2008 um 7,5 % auf 2,97 Mrd. Euro
in 2009 gesunken. In dieser Studie wird der Einsatz von Werbeartikeln
in deutschen Unternehmen in Augenschein genommen. Dabei kam
heraus, dass es vor allem Kleinstunternehmen waren, bei denen
das Budget für Werbeartikel aufgrund von Sparmaßnahmen
gekürzt wurde. Die Umsätze der Klein-, Mittel- und
Großunternehmen sind allerdings auf dem Vorjahresniveau
geblieben. Bei der Frage nach der Relevanz der Werbeartikel
als Werbemedium sagen die Befragten, dass der Werbeartikel
im Vergleich zu anderen Werbemitteln an Bedeutung zunimmt.
Zur Kommunikation mit den Adressaten belegte die dreidimensionale
Werbung Platz 2 hinter den Online-Medien. Bei einem Blick
auf die Netto-Werbeeinnahmen von Werbeträgern belegt
sie Platz 3 hinter Print- und TV-Werbung.
Arbeitskreis Werbemittel e.V. und Promotion Gift Award
Der Arbeitskreis Werbemittel e. V. (AKW, http://www.arbeitskreis-werbemittel.de/)
hat seine Mitglieder ebenfalls zu diesem Thema befragt. Fast
die Hälfte der Markenartikler schätzen für
2010 die wirtschaftliche Lage besser ein als im Vorjahr. Die
Stimmung der Mitglieder ist von Optimismus geprägt..
Auch Werbeartikelmessen können Hinweise auf die Zukunft
der Werbeartikel geben. Auf der Promotion World wird in jedem
Jahr der Promotional Gift Award (PGA, http://www.promotionaward.com/)
verliehen. Die Organisatoren stellten 2010 fest, dass die
Kreativität der Werbeartikelbranche auch durch die Finanzkrise
nicht gelitten hat. Aufgrund der zahlreichen Produkte, die
eingereicht wurden (298 Produkte) und deren Qualität
sind sich die Verantwortlichen einig. Ihr Fazit lautet: Von
Krise keine Spur!
Bundesverband der Werbeartikel-Berater und -Großhändler
Der Bundesverband der Werbeartikel-Berater und -Großhändler
(bwg, http://www.bwg-verband.de/)
blickt ebenfalls positiv in die Zukunft. Gerade in der schlechten
Stimmung der Wirtschaft erkennt der Verband ein großes
Potenzial für den Einsatz von Werbeartikeln. Hans-Joachim
Evers, 1. Vorsitzender des bwg, sieht die Werbeartikelbranche
nicht als Teil des Problems, sondern als Teil der Lösung.
Gerade kleine und mittelständische Unternehmen würden
mit Werbeartikeln günstige, effektive und nachhaltige
Werbemöglichkeiten geboten. Genau darin lägen die
Stärken der haptischen Werbung und das werde auch in
der Zukunft so bleiben. Im Gegensatz zu vielen anderen Wirtschaftszweigen
sei die Werbeartikelbranche von der Finanzkrise weitgehend
verschont geblieben. So könne man durchaus optimistisch
in die Zukunft blicken.
Warum sollten gerade in Krisenzeiten Werbeartikel eingesetzt
werden?
Gerade in schlechten Zeiten sind Unternehmen darauf angewiesen,
Kundenpflege zu betreiben und Neukunden zu gewinnen. Nichts
eignet sich dafür besser als Werbeartikel. Es sollten
Konzepte entwickelt werden, die die Kundennähe und das
Beziehungsmanagement in den Vordergrund stellen. Damit Unternehmen
ihren Wiederaufbau beschleunigen können, ist eine intensive
Kommunikation mit den Kunden erforderlich. Kundenpflege sollte
bei den Unternehmen an oberster Stelle stehen. Sparmaßnahmen
in diesem Bereich vorzunehmen, kann fatale Folgen haben. Unternehmen
dürfen nicht den Fehler machen Kundenpflege vom Umsatz
abhängig zu machen, sondern sich darüber bewusst
werden, dass Kundenpflege dazu dient, den Umsatz zu generieren.
Eine Studie des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK
in Zusammenarbeit mit dem Markenverband und der Münchener
Agentur Serviceplan belegt, dass Unternehmen, die ihr Budget
für Werbeartikel in schwierigen Zeiten gesteigert haben,
Marktanteile hinzugewonnen haben. Bei Unternehmen, die in
diesem Bereich Werbeausgaben gekürzt haben, verhält
es sich genau andersherum. Sie hatten erhebliche Einbußen
zu verzeichnen! Für eine Steigerung der Marktanteile
ist es außerdem vorteilhaft, Sonderwerbeformen einzusetzen.
Haptische Werbung sollte also besonders jetzt als Kommunikationsinstrument
eingesetzt werden. Mit den dreidimensionalen Sympathieträgern
erreichen die Unternehmen zielgerichtet ihre Kunden und Interessenten.
Sie sind Zeichen des Dankes und der Anerkennung. Die Treue
der Kunden kann nicht besser honoriert werden. So fühlen
sich die Adressaten individuell betreut.
Eine der wichtigsten Voraussetzungen für erfolgreiche
und langanhaltende Geschäftsbeziehungen ist es Interesse
und Sympathie auf sich zu ziehen. Kaufimpulse sollen geweckt
und Werbebotschaften nachhaltig vermittelt werden. Der Einsatz
von Werbeartikeln ist dafür der beste Weg!
Antizyklisches Handeln
Der bwg rät den Unternehmen antizyklisch zu handeln
und zu werben. Vor allem in schwierigen Zeiten muss ein Unternehmen
auf sich aufmerksam machen, um nicht unterzugehen. Unternehmen
können gerade jetzt davon profitieren kurzfristige Werbekampagnen
zu starten, wenn sich die Chance bietet. Werbeartikel sind
für solche Kampagnen perfekt. Sie sind schnell und flexibel
einsetzbar, können auch in kleinen Mengen bestellt werden
und lassen sich zielgenau einsetzen. Im Gegensatz zu Print-,
TV- oder Briefkastenwerbung sind Werbeartikel sowohl für
das Unternehmen als auch für den Empfänger von Nutzen.
Bei dieser Form der Werbung entstehen die wenigsten Streuverluste.
Dreidimensionale Werbeträger erreichen den Kunden direkt
und nachhaltig. Egal, ob dem Unternehmen ein großes
oder kleines Budget zur Verfügung steht. Werbeartikel
sind ein optimales Kommunikationsinstrument, mit überschaubaren
Kosten, die einen größtmöglichen Werbeeffekt
erzielen.
Die finanziellen Ausgaben rechnen sich. Erfolgsmessungen zeigen,
dass sich die positiven Auswirkungen vor allem auf Kundenbindung,
Imageaufbau, Bekanntheitsgradsteigerung und Sympathiegewinnung
beziehen. Das ist genau das, was in Krisenzeiten erforderlich
ist, um den Umsatz zu steigern.
Weitermachen wie bisher?
Die verschiedenen Studien zeigen, dass der Einsatz von Werbeartikel
vor allen Dingen in Krisenzeiten erfolgreich ist. Das heißt
jedoch nicht, dass bei der Wahl der Werbeartikel und der Organisation
der Werbekampagne so weitergemacht werden kann, wie bisher.
Zwar sind immer noch Kugelschreiber, Kalender, Feuerzeuge,
Textilien, Taschen, Lederwaren und Schreibutensilien beliebt,
doch wird die Anzahl der unterschiedlichen Produkte immer
größer und individueller. Das kommt bei den Empfängern
gut an, denn so werden sie zum Staunen gebracht und das Unternehmen
bekommt mehr Aufmerksamkeit.
Innovation, Individualität, Kreativität und
Nachhaltigkeit
Für einen erfolgreichen Werbeartikeleinsatz lauten die
Zauberwörter: Innovation, Individualität, Kreativität
und Nachhaltigkeit. Es ist wichtig neue Ideen zu entwickeln
und Originalität zu beweisen. Nur so kann man sich von
der Masse abheben und Aufmerksamkeit erregen. Werbeartikel
müssen etwas Besonderes sein! Das bedeutet nicht, dass
klassische Werbeartikel, wie Kugelschreiber oder Feuerzeuge
vom Markt verschwinden werden, sondern, dass bei der Umsetzung
neue Ideen ins Spiel kommen müssen. Auch die Jury des
Promotional Gift Awards hat bei der Beurteilung der Produkte
Anfang des Jahres viel Wert auf die neue Gestaltung der Klassiker
gelegt und nicht zuletzt anhand dieses Kriteriums die Gewinner
ermittelt. Die Produkte sollen individuell auf das werbende
Unternehmen zugeschnitten werden, von hochwertiger Qualität
sein, ein besonderes Design und einen hohen Gebrauchswert
haben. Darüber hinaus spielt die Nachhaltigkeit des Werbeartikels
eine große Rolle. Besonders gefragt sind auch zukünftig
Sonderanfertigungen, Textilien oder Schreib- und Büroartikel,
die durch Innovationen und ein individuelles Design einen
hohen Stellenwert beim Adressaten erhalten.
Der ÖKO-Trend
Der Trend für die Zukunft liegt vor allem bei ökologischen
Werbeartikeln. Das Angebot in diesem Bereich wird daher auch
immer größer. In vielen Branchen wird Wert darauf
gelegt, besonders umweltschonend zu produzieren. Das gilt
auch für die Werbeartikelbranche. Die Kunden werden begeistert
sein, wenn sie einen umweltschonenden Werbeartikel überreicht
bekommen. Sich um die Umwelt zu kümmern, wirft ein gutes
Licht auf das werbende Unternehmen und verbessert das Image.
Öko-Werbeartikel gibt es nicht nur im Bereich der hochwertigen
Produkte, auch Streuartikel können dem Öko-Trend
folgen. So gibt es zum Beispiel Lanyards aus Bambus, recyceltem
Polyester oder auf Maisbasis und auch bei abbaubaren Kugelschreibern
steigt die Nachfrage. Bei den Textilien wird mittlerweile
auf Siegel wie Öko-Tex® Standard 100 oder Global
Organic Textile Standard geachtet. Ökologischer Anbau
ist auch bei Süßigkeiten und Lebensmitteln gefragt.
Sonderanfertigungen und technische Werbeartikel
Weiterhin steigt bei den werbenden Unternehmen die Nachfrage
nach Sonderanfertigungen, die speziell für sie entwickelt
werden. Immer mehr Werbeartikellieferanten bieten ihren Kunden
an, gemeinsam einen individuellen Werbeartikel zu gestalten.
Technische Werbeartikel liegen ebenfalls im Trend. Dabei handelt
es sich aber nicht um einfache USB-Sticks, sondern um kreative
Umsetzungen. Erfolg versprechend sind USB-Sticks mit Lanyard
in einem ansprechenden Design, die individuell programmiert
werden können.
Trotz geringerer Budgets sind hochwertige Werbeartikel immer
beliebter. Sie werden zum Beispiel zur Kundenbindung oder
bei gelungenen Geschäftsabschlüssen eingesetzt.
Die Ausgaben lohnen sich, denn nichts ist in schwierigen Zeiten
wichtiger, als seinen Kundenstamm und die Geschäftspartner
weiterhin an das Unternehmen zu binden und sich für ihre
Treue zu bedanken.
Professionelle Beratung
Der Werbeartikel-Monitor des GWW zeigt, dass es in der heutigen
Zeit wichtig ist, neue und originelle Ideen zu haben. Das
fällt nicht jedem Unternehmen leicht. Vor allem kleine
Unternehmen haben kein Personal, das sich in der Werbebranche
auskennt. Oft setzt der Unternehmer auf das Bauchgefühl
eines Mitarbeiters. Besorgen Sie mal etwas Schönes
für unsere Kunden und Geschäftspartner, lautet
die einfache Anweisung des Chefs. Die Erfahrung zeigt allerdings,
dass eine solche Organisation der Werbekampagne nur sehr selten
von Erfolg gekrönt ist. Der GWW rät dazu, sich von
Profis beraten zu lassen. Dazu zählen Werbeartikelberater,
-lieferanten oder eine Full-Service-Agentur, bei der man alles
aus einer Hand bekommt. Die Untersuchungen beweisen, dass
Unternehmen, die eine professionelle Beratung in Anspruch
genommen haben, erfolgreicher sind und bessere Ergebnisse
erzielen, als die, die an dieser Stelle einen Sparkurs fahren.
Die Beratung durch Werbeartikel-Experten ist also der Schlüssel
zum Erfolg.
Wichtige Änderungen im Jahr 2010?
Die Werbeartikelbranche entwickelt sich stetig weiter. Nicht
nur was neue Trends, Herstellungsverfahren oder Drucktechniken
angeht, auch in der Gesetzgebung können Neuerungen gefordert
werden. Durch die Finanzkrise kann es auch zur Erhöhung
von Herstellungskosten oder Rohstoffpreisen kommen.
Steigende Textilpreise
Zu Beginn des Jahres haben viele Vorlieferanten von Werbetextilien
Preiserhöhungen angekündigt, die bereits ab dem
01.07.2010 in Kraft treten sollen. Der Grund dafür sind
die steigenden Baumwollpreise, höhere Produktionskosten
in Fernost, höhere Energiekosten, die sich auf die Preise
für den Transport auswirken und die schlechter gewordene
Euro-/Dollar-Parität. Es gibt schon einige Marken, die
Preiserhöhungen ihrer Werbetextilien fest angekündigt
haben. Dabei handelt es sich um die Marken: Gildan, Custom
Kit, Fruit of the Loom, Hanes, Sol´s, Result, Beechfield,
Bag Base, Quadra, Stormtech, Mantis, Babybugz, Hambugz, Bella,
ALO, Premier Workwear, Wombat, Westford Mill und Pro Act.
Es ist davon auszugehen, dass diesem Beispiel weitere Hersteller
von Textilien folgen werden.
Steuerliche Änderungen
Eine Bremswirkung für den Einsatz von Werbeartikeln
sind die politischen Rahmenbedingungen. Die steuerlichen Belastungen
für die Unternehmen sollten verringert und die ungleiche
Behandlung von Werbeartikeln gegenüber anderen Werbemedien
aufgehoben werden. Deswegen fordert der GWW eine schnelle
Änderung der Besteuerung. Auch Werbeartikel, die einen
Wert von 35 Euro pro Jahr und Empfänger übersteigen,
sollten steuerlich absetzbar sein. Wann und ob der GWW diese
Forderungen durchsetzen kann, ist allerdings noch nicht klar.
Die Branche darf gespannt sein!
Fazit
Alles in allem hat der Werbeartikel weiterhin eine überdurchschnittliche
Werbewirkung, mit geringem Streuverlust und einem guten Preis-Leistungsverhältnis.
Das wird den Stellenwert des Werbeartikels auch in Zukunft
weiterhin positiv gestalten.
Quellen
http://www.gww.de/
Werbeartikel Monitor des GWW
http://www.arbeitskreis-werbemittel.de/
Studien und Interviews
http://www.bwg-verband.de/
Studien und Interviews
http://www.promotionaward.com/
Bericht über den PGA 2010 und die Gewinnerliste
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